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Im Landeanflug

Fr 12.01.2018 10:11
Autor: Barbara Zimmerlin

Auch bei uns hiess es Anfang Jahr „same procedure as every year“, weshalb wir uns am Wochenende wieder auf die Beguttenalp zurückzogen, um fernab jeglicher Zivilisation an den neuen Kompositionen zu feilen.

„on board“ waren nebst allen Aktivmitgliedern auch die neun Neumitglieder, welche bereits vor der Hütte die erste Hürde nehmen mussten. Vor allem für die männlichen Lölis hiess es Zähne zusammenbeissen. Sie durften als Flight Attendants verkleidet das Check-in aller Mitglieder vornehmen und mit einem ersten Getränk für deren Wohl sorgen. So manchem hartgesottenen Testosteron-Bolzen wurde da wohl zum ersten Mal bewusst, welche Qualen Frau jeweils im Winter für die Schönheit auf sich nehmen muss. Im kurzen Rock, mit Bluse und dünnen Strümpfen bekleidet bereitete es dem einen oder anderen Mühe, bei den doch eher kühlen Temperaturen das Schlottern zu unterdrücken. Da konnte sich die Pilotin in ihrem Tenue nur ins Fäustchen lachen.

Nachdem wir die Instruktionen des Tambis entgegen genommen hatten und die Lölis mit ihren Tagesaufgaben konfrontiert wurden, zogen sich die einzelnen Register in ihr Kabäuschen zurück, um sich himmlischen Klängen zu widmen. Zuweilen wurden die Registerproben zum Leidwesen der Lölis aber durch das Heulen einer alten Militärsirene unterbrochen. Dann hiess es möglichst schnell beim corpus delicti, dem Lärmverursacher, einzutreffen, wobei beim Hinrennen keine Rücksicht auf Gspändlis oder Instrumente genommen wurde. Aber auch als Erster konnte man sich nicht einer Strafaufgabe entziehen, denn die ehemaligen Lölis, welche als Folterknechte fungierten, erwiesen sich als sehr kreativ: gegenseitiges Schminken zur Komplettierung des Looks (das Resultat liess sich sehen), Vortragen eines Duetts während dem Mittagessen, Hollywood-reife Liebeserklärung an unseren Tambi während der Gesamtprobe, kunstvolle Aufwertung der eigenen Frisur mit Lockenwicklern, um nur einige Aufgaben zu nennen. Es gilt hier jedoch auch zu erwähnen, dass das Musikalische nicht zu kurz kam und zwischen den Unterbrechungen hart gearbeitet wurde.

Für die shöttligeprüften Lölis kam die kulinarische Stärkung am Mittag wie gerufen, und die ganze Truppe konnte dank einer warmen Suppe den zweiten Teil der Registerproben mühelos in Angriff nehmen. Schon fast traditionell wurde vor der letzten Samstagsprobe eine Umzieh-Pause eingelegt, damit sich alle in eine mottogetreue Verkleidung stürzen konnten. Passend zur Flugzeugcrew hatten wir den Auftrag uns als Touristen zu verkleiden. Dabei waren der Fantasie mal wieder keine Grenzen gesetzt: Von deutschen Safariurlaubern über Skifahrer bis hin zu DEN drei Königen traf man fast alles an. Nicht verzichtet wurde dabei auf die stereotypisch weissen Socken. Mit der letzten Probe wurde das Abendprogramm eingeläutet, und nach einem feinen Fondue Chinoise folgte der erste Teil der Löliprüfung.

Das Publikum nahm auf den bereitgestellten Stühlen Platz und harrte gespannt der Dinge, die da kamen. Begleitet von *doo wop a doo wop, shoopi doobi doo wop* tänzelten die Bewerber in Zweiergruppen mehr oder weniger graziös vor das Jurypult. Nun ging es ans Eingemachte. Die Anwärter befanden sich nämlich in einem Bewerbungsgespräch zur Aufnahme bei der Schlosshüül-Air und mussten zuerst möglichst glaubwürdig begründen, weshalb sie Crewmitglied werden wollen. Anschliessend wurde das Allgemeinwissen getestet, es galt höchst geistreiche Fragen zu beantworten. Passend zum Job wurden selbstverständlich auch die Sprachkenntnisse geprüft, Englisch und Französisch entpuppten sich dabei aber als eher langweilig. Sicherheitsanweisungen und Pilotdurchsagen auf Finnisch, Maori oder Japanisch mit Schweizer Akzent haben dagegen durchaus ihren Charme. Und da Sicherheit bei den Schlosshüülern gross geschrieben wird, mussten Sicherheitsanweisungen wie Gurt anlegen, Sauerstoffmaske überziehen, finden der Notausgänge und anziehen/aufblasen der Sicherheitsweste zusätzlich live demonstriert werden. Die Lachmuskeln der Anwesenden wurden ein weiteres Mal strapaziert. Die Zuschauer waren sich einig, dass der erste Teil der Prüfung meisterlich absolviert wurde, und bestätigten dies mit viel Applaus. Da wusste allerdings noch niemand, was im 2. Teil auf alle zukommt….

Während alle genüsslich die selbstkreierten Kuchen, Schnitten und Cremes schlemmten, wurde mittels Stühlen ein Flugzeuginterieur arrangiert. Das Jurypult wurde zu einem Cockpit umgestaltet; man spürte förmlich die Spannung auf das weitere Geschehen. Die auserwählten Passagiere wurden auf ihre Sitzplätze geführt, womit das Drama seinen Lauf nahm. Um die Szenerie noch ein wenig authentischer zu gestalten, wurden T-Shirts verteilt, Statisten durften als Flugzeugfenster oder Notausgang fungieren. Die Neumitglieder stellten sich auf und die Aufführung konnte beginnen.

Nach der obligaten Pilotenansprache starteten Captain und Co-Pilotin die Maschine, und mit viel Schub hoben wir von der Landebahn ab. Die cabin crew scheute keinen Aufwand, um die Passagiere während dem Flug zu unterhalten. Zu Beginn wurden die Sicherheitsanweisungen gerapt, dann wurde ein selbstgedichteter Schnitzelbank vorgetragen. Beim Fliegerlied riss es auch die Passagiere von den Sitzen, und alle tanzten mit. Wir wurden mit exquisitem Flötenspiel verwöhnt und als krönender Abschluss erklang „Nearer my god to thee“. Eigentlich hätte es ein harmonischer und ruhiger Flug mit grandioser Bordunterhaltung werden sollen. HÄTTE… Leider wurde die Vorstellung der Besatzung durch unflätige Passagiere torpediert. Im Vorfeld wurden den Reisenden Rollen zugewiesen, welche sie während dem Flug umzusetzen hatten. Alles im Unwissen der Lölis. Im Flieger Platz genommen hatten deshalb u.a. ein Passagier mit Tourette Syndrom, ein Grapscher, ein Sturz-betrunkener, eine Kleptomanin, ein italienischer Gigolo und eine Passagierin mit Panikattacken. Leider ist es unmöglich, mit Worten die Stimmung wiederzugeben, die sich den Zuschauern während des Schauspiels bot. Manche Szene wurde durch schallendes Gelächter unterbrochen. Wer jetzt seine Bauchmuskeln nicht spürte, muss von einem anderen Stern sein. Taschentücher mussten verteilt werden, weil die Sicht durch tränenerfüllte Augen getrübt wurde. Die Passagiere spielten ihre Rolle mit solcher Hingabe und Euphorie, dass nicht nur das Flugzeug abzustürzen drohte, sondern auch die Vorstellung der Lölis. Zum Glück konnten die talentierten Flight Attendants Ruhe ins Flugzeug bringen, damit alle einer geglückten Landung entgegensteuerten.

Ein grosses Dankeschön und Bravo den Lölis für diese super Veranstaltung! Wer sich selber ein Bild dieses unkonventionellen Fluges machen möchte, sollte einen Blick in die Bildergalerie werfen.

Nach dieser Vorstellung gab es keine Zweifel mehr, dass die „Neuen“ die Bewerbung bestanden und überstanden hatten und ab sofort zur Besatzung der Schlosshüül-Air gehören. Bestätigt wurde dies mit unserem legendären Aufnahmeritual.

Während viele nach diesem wilden Abend müde ins Bett fielen, massen sich die Nimmermüden noch bis in die frühen Morgenstunden beim Bösi spielen. Entsprechend amüsant war es, beim Zmorge in die einzelnen Gesichter zu schauen. Der Abend hatte zum Teil deutliche Spuren hinterlassen. Trotzdem hiess es gegen halbzehn wieder ran an die Instrumente und spielen, was das Zeug hält. Ein erfolgreiches Wochenende mit viel Musik und Humor nahm am späten Nachmittag sein Ende.

Jetzt freuen wir uns alle auf die kommende Fasnacht!

AufTAKT gelungen

Mo 13.11.2017 07:47
Autor: Barbara Zimmerlin

Weder mit Helau noch mit Alaaf, aber mit einem dreifachen "Schloss...Hüüler" sind wir am 11.11. traditionsgemäss mit einem Auftritt im Zelt der Chüeltormschränzer in Obergösgen in die neue Fasnachtssaison gestartet. Nicht nur die Neumitglieder-Bunnys sondern auch die alteingesessenen Hasen können den ersten Auftritt jeweils kaum erwarten, und beim einen oder anderen schwingt immer noch ein wenig Nervosität mit. Trotz gruseligem Wetter, welches der Stimmung überhaupt keinen Abbruch getan hat, haben wir gegen halb zehn voller Motivation die Ventile federn und das Schlagwerkzeug holzen lassen, um dem anwesenden Publikum so richtig einzuheizen.

Der Auftakt ist gelungen, und wir freuen uns riesig auf die kommenden Auftritte!

10 Jahre La Crêperie – Herzlichen Dank

Di 03.10.2017 20:45
Autor: Thomas Huber

Die MIO 2017 ist bereits wieder Geschichte und wir blicken auf erfolgreiche vier Messetage zurück. Vor 10 Jahren haben wir zum ersten Mal mit unserem Konzept „La Crêperie“ als Gastronomiebetrieb an der Messe in Olten teilgenommen. Getreu dem Motto „aller Anfang ist schwer“, haben wir in der Anfangsphase viel Lehrgeld bezahlt und nebst hunderten Stunden Arbeit auch abertausende Franken investiert. Die allesamt hausgemachten Zutaten für die über 20 verschiedenen Crêpes erwiesen sich als Herkulesaufgabe, insbesondere mit dem stetig wachsenden Besucheransturm. Die Schallmauer von 15‘000 Crêpes haben wir in den vergangenen Tagen durchbrochen und dazu über zwei Tonnen Teig verarbeitet.
 
Nach der diesjährigen Jubiläumsausgabe ziehen wir stolz und mit viel Freude erfüllt ein überaus positives Feedback. Unser grösster Dank gilt dabei unseren Gästen, welche uns seit jeher so toll unterstützen und uns immer wieder zu Höchstleistungen motivieren. Ein grosses Dankeschön gilt auch den vielen Partnern und Sponsoren, welche uns seit Beginn grosszügig unterstützen:

Landmetzgli, Lostorf
Getränke Brunner, Gretzenbach
Aaria Catering, Olten
Keller Zelte, Hallwil
Aare Energie, Olten
Rivella AG, Rothrist
MIO Geschäftsleitung, Olten
 
Wie heisst es im Volksmund so schön, ohne Fleiss kein Preis. In dem Sinne ein herzliches Dankeschön unseren Mitgliedern für den stets topmotivieren Einsatz über die teils langen und kräfteraubenden Tage, ihr seid einfach Spitze!
Nun widmen wir uns wieder unseren musikalischen Aufgaben und proben fleissig die neuen Stücke. Wir freuen uns bereits heute, euch an der Fasnacht unser Können mit den Instrumenten anstatt dem Crêpes-Eisen vorzuführen.

Der letzte Feinschliff

So 29.01.2017 18:35
Autor: Barbara Zimmerlin

Nur noch einen Monat, und dann starten wir in das nächste Fasnachtsabenteuer. Um optimal vorbereitet zu sein, verbrachten die Schlosshüüler ihr zweites Probeweekend traditionell auf der Beguttenalp ob Erlinsbach.

Aufgrund der anhaltenden Minustemperaturen war bereits die Anreise eine kleine Herausforderung. Nur dank 4x4 oder Ketten erreichten wir das Ferienheim durch den verschneiten Wald. Mit Shuttlefahrzeugen wurden Material und Mitglieder zum Zielort transportiert. Vor dem Haus warteten bereits die „Lölis“, welche uns als gestiefelter Kater, Rapunzel, Frau Holle und Pinocchio in Empfang nahmen und mit warmen Getränken und Bowle verköstigten. Entsprechend dem Motto „Es war einmal..., alles rund um Märchen“, welches die ehemaligen „Neuen“ für den Abend vorgegeben hatten, war das Innere des Ferienheims dekoriert, und so mancher staunte über die sprechenden Puppen und Tiere.

Dann hiess es als erstes Zimmer und Betten beziehen. Um 10h00 wurde die Mannschaft versammelt, um die ersten Anweisungen von Tambi Michi für die Proben entgegen zu nehmen. Die „Lölis“ erhielten ihre Tagesaufgaben, wobei sie je nach Uhrzeit laut bellen, miauen, krächzen oder wiehern mussten. Auch die motorischen Fähigkeiten wurden getestet. So musste z.B. Luan bis zum Abend hin jedem weiblichen Mitglied mit langen Haaren einen Zopf flechten. Die z.T. schmerzverzerrten Gesichter bestätigten, dass er doch eher der Mann fürs Grobe ist und filigrane Fingerarbeit besser anderen überlässt. Bis zum Mittag wurde danach in den Registern geprobt und die eine oder andere Passage durchgespielt als gäb’s kein morgen. Nach einem feinen Zmittag starteten die Gesamtproben, es wurde gespielt bis Lippen und Blasen an den Händen platzten und unser neuer Tambi bemühte sich, den wilden Haufen zur gewohnt disziplinierten Formation zu zähmen.

Vor der letzten Probe wurden wir aufgefordert uns in unsere Märchenkostüme zu stürzen, um mit der letzten Runde den Abend einzuläuten. Es ist jedes Mal ein herrlicher Anblick, die verschiedenen und sehr kreativen Verkleidungen zu betrachten. So haben sich z.B. unsere fünf männlichen Grazien der 1. Trompete dem Wunsch „ein Mal im Leben Prinzessin sein“ verschrieben. An ein seriöses Musizieren war so kaum noch zu denken.

Während sich später der Vorstand zurückzog, um sich seinen Traktanden zu widmen, wartete der Rest der Truppe auf das Znacht. Mmmhhh… das feine Fondue Chinoise hatten wir uns verdient und genossen es in vollen Zügen. Nun schlug aber die Zeit der „Löli-Prüfung“. In guter alter Märchen-Manier versammelten wir uns auf Kissen und Decken sitzend vor der eigens aufgebauten Szenerie. Frau Holle aka Thömu M. nahm auf einem Schaukelstuhl Platz und mimte Trudi Gerster. Dieses Märchen hatte es in sich und die Inszenierung der Lölis liess kein Auge trocken (im positiven Sinn). Die Aufführung wurde mit frenetischem Applaus honoriert. Bevor es zum 2. Teil der „Prüfung“ ging, gratulierten wir unseren beiden Geburtstagskindern Rebi und Chregu und mampften genüsslich die köstlichen Torten. Ehe die vier „Lölis“ im Kreis der Schlosshüüler definitiv aufgenommen wurden, galt es noch mehrere Spiele zu absolvieren. Zur Belustigung aller mussten sie unter anderem mit einer Mundspange ausgestattet Begriffe erklären. Allein der Anblick sorgte für viele Lacher. Wer sich etwas ungeschickt anstellte und keinen Erfolg hatte, wurde guggenmusik-getreu „bestraft“, was definitiv zur heiteren Stimmung beitrug.

Abschluss der „Löli-Prüfung“ bildet jeweils die „Löli-Zeremonie“ in freier Natur. Allzuviel wollen wir aber nicht verraten, ist dies doch ein geheimes Schlosshüüler-Ritual. Als Novum und mit grossem Dankeschön wurden auch unsere Gäste Simone und Roman im Kreis aufgenommen und mit einem auf Impulsiv abgestimmten „L“ ausgestattet.

Zurück in den warmen Räumen der Begutti startete das freie Abendprogramm. An dieser Stelle endet zum Schutz aller Beteiligten die Berichterstattung über den ersten Tag. Zumindest wurden die letzten Lichter gelöscht, bevor es draussen wieder hell wurde ;-)

Am Sonntagmorgen stiegen die letzten kurz vor Start des gemeinsamen Brunchs aus den Federn, und man sah dem einen oder anderen Gesicht an, dass es gut und gerne noch ein paar Stunden Schlaf benötigt hätte. Schlussendlich haben wir uns aber zum Proben auf der Beguttenalp einquartiert, entsprechend wurden die kommenden Stunden für den letzten Feinschliff genutzt.

Es war ein weiteres lustiges und erfolgreiches Weekend, gespickt mit viel Musik, heiteren Episoden und leckerem Essen. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an alle, insbesondere an unsere Küchenmannschaft, die uns einmal mehr auf kulinarischer Ebene unterstütz hat.

Wir sind bereit für die Fasnacht 2017!

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